Autoland Sachsen 2/2016
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Autoland Sachsen 2/2016

Wer zu spät kommt...

Wer die sächsische Automobillandschaft genau unter die Lupe nimmt, der entdeckt, dass ein beträchtlicher Teil der rund 750 Zulieferer im Bereich des Antriebsstrangs unterwegs ist. Des verbrennungsmotorischen wohlgemerkt.
Nun werden alternative Antriebe nicht sofort und nicht auf einen Schlag den Diesel und den Benziner als Hauptmotorisierungsart ablösen. Aber der Wandel ist schon im Gange. Der Spruch vom Zuspätkommen und der Bestrafung durch das Leben trifft nicht nur auf die Politik zu. Automobilzulieferer sind gefordert, ihre Kompetenz- und Geschäftsfelder sowie deren mittel- und langfristige Marktakzeptanz auf den Prüfstand zu stellen. Das ist gerade für kleine und mittlere Unternehmen eine Herkulesaufgabe, die sie wohl kaum im Alleingang bewältigen können.
Die Gemeinschaftsstudie vom Chemnitz Automotive Institute CATI und dem Netzwerk Automobilzulieferer Sachsen AMZ zeigt die Herausforderungen auf, vor denen die Zulieferer der Branche stehen. Leichtbau und Elektrifizierung des Antriebsstrangs sind beherrschende Trends, ebenso Elektronik und Software. Gerade der Aufbau von Software-Kompetenz sowie die digitale Transformation betreffen jeden Partner im Wertschöpfungsprozess und bedeuten für KMU eine immense Herausforderung.
Erkennbar ist, dass der Anteil automotiver Entwicklungsdienstleistungen weiter wachsen wird. In diesem Segment hat Sachsen Know-how aufgebaut, beispielsweise bei der Entwicklung und Konfiguration elektrischer Antriebslösungen, beim vernetzten automatisierten Fahren oder bei Anlagentechnik für Lithium-Ionen-Batterien. Die Zusammenarbeit zwischen Zulieferern und Ingenieurdienstleistern zu intensivieren, ist ein möglicher Ansatzpunkt, um die Herausforderungen aktiv anzugehen. Die Nutzung von Netzwerk-Angeboten zu Information und Austausch sind weitere Vorgehensweisen, die helfen, den Blick zu weiten, über den Tellerrand zu schauen, zukünftige Chancen zu erkennen und anzupacken.

Ina Reichel
Herausgeberin

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