Batterien, Energiewende, Klimawandel und mehr

Batterien, Energiewende, Klimawandel und mehr
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (2. v. l.) war Gast eines Forums der WP Holding und des Netzwerks Logistik Mitteldeutschland in Zwickau, auf dem Foto mit Doreen Paesold-Runge und Heiko Nowak (l.), beide Geschäftsführer der WP Holding, sowie Gesellschafter Lothar Günnel. Foto: Frank Reichel
06.03.2023 | Redaktion Autoland

Den Beitrag von Batterien für Mobilitäts- und Energiewende, für Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz diskutierten Logistikexperten Anfang März im Zwickauer August Horch Museum. Eingeladen dazu hatten die WP Holding Zwickau gemeinsam mit dem Netzwerk Logistik Mitteldeutschland.

Der Logistikdienstleister WP Holding ist nicht nur als Anwender an alternativen Antriebstechnologien interessiert. Mit der Erlos Produktion und Recycling GmbH befasst sich ein Unternehmen der Gruppe gleich zweifach mit diesem Thema. Second-life und second-use heißen „neudeutsch“ die beiden Standbeine. Akkus aus E-Fahrzeugen erhalten bei Erlos in mobilen Großspeichern ein zweites Leben. Sie speichern u. a. Energie aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Die Technik sei vor allem in sonnenreichen Regionen der Welt gefragt, berichtete Geschäftsführer Dr. Matthias Schmidt. So gibt es bereits Entwicklungshilfe-Projekte, um Krankenhäuser in Afrika sicher mit Strom zu versorgen. Abnehmer für die mobilen Großspeicher findet Erlos außerdem auf weiteren internationalen Märkten wie den Benelux-Staaten oder der Türkei.

Patentiertes Verfahren für Batterierecycling

Das zweite Standbein ist das Batterierecycling. Zum Kundenkreis gehören sowohl deutsche als auch asiatische Automobilhersteller sowie internationale Batterieproduzenten. Erlos nutzt ein selbstentwickeltes und  patentiertes Verfahren zu Li-Ionen-NMC-Akku-Verwertung aus E-Fahrzeugen. Nach der Lagerung in Spezialcontainern erfolgt die Tiefenentladung. Die hierbei gewonnene Energie speist das Unternehmen in sein eigenes Produktionsnetz ein. Nach der Entladung erfolgen händische Demontage sowie eine teilautomatisierte Öffnung und Zerlegung der Zellen. In zwei Leachinganlagen werden Anoden und Kathoden separat entschichtet und die Massen weiter aufgereinigt. Nach Trocknung und umfangreicher chemischer Analyse stehen die Pulver den Kunden wieder zur Verfügung. Mindestens 85 Prozent aller Akku-Bestandteile lassen sich somit recyceln und als Materialien erneut in den Wertstoffkreislauf bringen. Bei Erlos arbeitet man u. a. daran, Rezyklate für die eigene Speicherproduktion zu nutzen.

Wir müssen ins Machen kommen

Innovationen, wie sie Erlos vorantreibt, sind die wesentliche Antwort, um den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen. Mit diesem Ansatz sei Sachsen nach der Wende gut gefahren, betonte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer in der Podiumsdiskussion der Veranstaltung. In der aktuellen Debatte verstehe er jedoch nicht, warum man sich dabei einseitig orientieren soll. Engagement in der E-Mobilität ja, und ebenso ja für E-Fuels und weitere Technologien, betonte er.

Um Klimawandel und Energiewende zu stemmen sowie eine industrielle Produktion in Europa und Sachsen zu sichern, braucht es Offenheit, nicht nur im technischen Bereich. Wer Wege zu sehr einengt, der übersieht manches, so der Ministerpräsident. In einem Industrieland wie Deutschland darf Energie nicht knapp und nicht zu teuer sein. Um das zu gewähren, müssen die unterschiedlichen Interessengruppen an einen Tisch und dabei sicher auch über manchen Schatten springen, forderte Kretschmer. Einig waren sich er, die weiteren Akteure der Podiumsdiskussion und das Publikum, dass die Transformationsprozesse mehr Geschwindigkeit brauchen. Wir müssen ins Machen kommen, so das Fazit.

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