Beherrscher des vierten Aggregatzustands Plasmanitriertechnik Dr. Böhm GmbH erweitert Kapazitäten für Spezial-Wärmebehandlung

Die Wärmebehandlung im Plasma ist die Kernkompetenz der Plasmanitriertechnik Dr. Böhm GmbH aus Chemnitz.
Die Wärmebehandlung im Plasma ist die Kernkompetenz der Plasmanitriertechnik Dr. Böhm GmbH aus Chemnitz. Das Unternehmen ist sowohl Dienstleister für das Plasmanitrieren und Plasmanitrocarburieren als auch Konstrukteur und Projektant der dafür notwendigen Anlagen. (Foto: Plasmanitriertechnik Dr. Böhm)
20.12.2018 | Redaktion Autoland

Energiezufuhr verändert die Aggregatzustände von Stoffen: aus fest wird flüssig, aus flüssig gasförmig. Wird einem Gas weitere Energie zugeführt, so wird es ionisiert und geht in den energiereichen Plasmazustand als vierten Aggregatzustand über. Dieses Prinzip macht sich die Plasmani­triertechnik Dr. Böhm GmbH Chemnitz zunutze.

Das Unternehmen bietet seit 1996 das Plasmanitrieren und Plasmanitrocarburieren sowie die nachträgliche Oxi­dation an. „Die Wärmebehandlung im Plasma trägt bei, die Zuverlässigkeit und Verschleißfestigkeit mechanisch beanspruchter Metall­bauteile zu steigern. Zudem erfolgt die Behandlung bei deutlich niedrigeren Temperaturen als bei konventionellen Härteverfahren. Dadurch wird eine hohe Maßhaltigkeit der Werkstücke erreicht. Ebenso entfällt eine aufwendige Nachbearbeitung. Damit können Kosten innerhalb der Prozesskette eingespart werden“, erklärt Geschäftsführer Andreas Böhm die zahlreichen Vorteile.

Qualitätssicherung wird groß geschrieben.

Qualitätssicherung wird groß geschrieben. Bei allen wärmebehandelten Teilen erfolgt eine Kontrolle der Oberflächenhärte. (Foto: Plasmanitriertechnik Dr. Böhm)

Auf mittlerweile zwölf Anlagen werden Metallbauteile, u. a. für Motoren und Getriebe, energieeffi­zient, maßhaltig und werkstoffschonend im Plasma wärmebehandelt.

Auf mittlerweile zwölf Anlagen werden Metallbauteile, u. a. für Motoren und Getriebe, energieeffi­zient, maßhaltig und werkstoffschonend im Plasma wärmebehandelt. (Foto: Plasmanitriertechnik Dr. Böhm)

Das Unternehmen hat diese speziellen Verfahren als erster Betrieb in Sachsen am Markt etabliert. Genutzt werden die Dienstleistungen vor allem vom Maschinen-, Fahrzeug- und Werkzeugbau. Weil die Nachfrage stetig wächst, hat die Plasmanitriertechnik Dr. Böhm GmbH in ein neues Serienfertigungszentrum investiert. Damit werden die vorhandenen Produktionskapazitäten um zwei hochmoderne Plasmanitrieranlagen im Tandemprinzip sowie eine Bauteilreinigungsanlage bedeutend erweitert. Insgesamt stehen nunmehr zwölf Anlagen zum Plasmanitrieren und dem artverwandten Plasmanitrocarburieren zur Verfügung. „Wir können sehr flexibel auf die verschiedenen Anwendungsfälle reagieren, egal, ob größere oder kleinere Bauteile, niedrige Losgrößen oder Serien behandelt werden sollen“, verweist Andreas Böhm auf das breite Technik-Spektrum. Das Besondere daran ist, dass die Anlagen seit 2005 fast ausschließlich im eigenen Haus gebaut und seit 2010 auch selbst konstruiert werden. Ebenso werden Anlagenprojekte für Drittkunden realisiert. Darüber hinaus stehen Forschungs- und Entwicklungsthemen kontinuierlich auf der Agenda, u. a. zum Plasmapolieren, zur atmosphärischen Plasmabehandlung sowie zur Verwendung bestehender Technik in neuen Anwendungsgebieten.

Zur Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit kann nach dem Plasmanitrieren oder Plasmanitrocarburieren zusätzlich das Oxidieren des Werkstoffes erfolgen.

Zur Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit kann nach dem Plasmanitrieren oder Plasmanitrocarburieren zusätzlich das Oxidieren des Werkstoffes erfolgen.
(Foto: Plasmanitriertechnik Dr. Böhm)

Die Geschichte des Unternehmens begann mit zwei Beschäftigten. Heute sind 15 Mit­arbeiter tätig, die zum Teil über die Ausbildung ins Team gekommen sind, z. B. über ein Berufsakademie-Studium. Aktuell absolviert ein junger Flüchtling aus dem Irak ein Praktikum, der eine Festanstellung erhält, sobald alle behördlichen Regularien geklärt sind.

www.plasmanitriertechnik.de

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