Millionen-Invest für Batteriemonitoring-Startup

Produktion von Batteriesystemen bei VW. Nach dem Einsatz im E-Fahrzeug können die Batterien ein „zweites Leben“ erhalten. Das Dresdner Startup Novum ist auf das Batteriemonitoring spezialisiert und erweitert sein Portfolio u. a. um Second-Life-Schnelltests für die Automobilindustrie.
Produktion von Batteriesystemen bei VW. Nach dem Einsatz im E-Fahrzeug können die Batterien ein „zweites Leben“ erhalten. Das Dresdner Startup Novum ist auf das Batteriemonitoring spezialisiert und erweitert sein Portfolio u. a. um Second-Life-Schnelltests für die Automobilindustrie. (Foto: Volkswagen)
02.11.2020 | Redaktion Autoland

Die Dr. Hettich Beteiligungen und der High-Tech Gründerfonds (HTGF) investieren eine siebenstellige Summe in die Novum Engineering GmbH. Das Dresdner Batteriemonitoring-Startup hat eine patentierte Technologie entwickelt, die Großspeichermonitoring jetzt auch offline möglich macht. Mit dem frischen Kapital soll das Produktportfolio im Bereich Großspeicher und Second-Life-Schnelltests für die Automobilindustrie erweitert werden.

Die Bestimmung von Lade- und Verschleißzustand bei Batterien ist aktuell in vielen Fällen noch eine Herausforderung. Die meisten Batteriegroßspeicher arbeiten deshalb mit erheblichen Kapazitätsreserven und bleiben daher unter ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten zurück. Novum schafft hier seit sechs Jahren mit künstlicher Intelligenz Abhilfe. Voraussetzung für die Bestimmung von Lade- und Verschleißzustand bei Batterien ist bisher ein permanenter Internetzugang sowie eine hohe Datengüte. „Um auch die Use-Cases zu bedienen, bei denen diese Voraussetzungen nicht erfüllt werden können, werden wir künftig auch eine Offline-Lösung anbieten, die Datenlücken selbständig kompensiert“, informiert Mandy Schipke, CEO von Novum. Dazu verwendet das Start-up ein eigenes Mess- und Auswertungsverfahren, das neben der Großspeicheroptimierung auch dafür verwendet werden kann, Elektrofahrzeugbatterien innerhalb weniger Sekunden auf die Eignung für stationäre Batteriespeicher zu testen.

„Mit dem neuen Kapital wird aus dem patentierten Offline-Messverfahren von Novum nun ein Produkt, das neben bestehenden Großspeichern auch der Automobilindustrie zu Gute kommt. Zusätzlich zur Kapazität kann bei der Restwertermittlung jetzt auch berücksichtigt werden, für welchen Einsatzweck sich ausgediente Fahrzeugbatterien noch eignen und wie lange sie halten werden“, sagt Dr. Andreas Hettich, Geschäftsführer der Dr. Hettich Beteiligungen.

„Wir freuen uns, dass durch die Finanzierungsrunde aus einem hochinnovativen Startup nun ein Systemanbieter wird, der auf Grundlage einer breiten technologischen Basis von Batterietests über Monitoring- und Prognosefunktionen bis hin zu wirtschaftlichem Speichermanagement alles aus einer Hand anbieten kann“, ergänzt Dr. Maximilian Bock, Investment Manager beim High-Tech Gründerfonds.

Über Novum

Die Novum Engineering GmbH wurde 2014 in Dresden gegründet und mittlerweile international bereits mehrfach für herausragendes Batteriemonitoring ausgezeichnet – u.a. mit dem Digital Energy Award, dem Future Mobility Award und dem Titel bestes High Tech Start-up Europas. Novum nutzt KI-basierte Batterieinformationen zur Wirtschaftlichkeits- und Effizienzsteigerung von Batterien in den Bereichen Elektromobilität, Powertools, Heim- und Großspeicher. Dank patentierter Technologie kann Novum dabei online wie offline arbeiten und fehlende Daten durch eigene Erhebungsmethoden ergänzen.

Über die Dr. Hettich Beteiligungen GmbH

Dr. Hettich Beteiligungen GmbH wurde 2012 von Andreas Hettich gegründet und hat zwischenzeitlich über 50 Millionen Euro in Startups, VCs und AIFs in den Bereichen fertigende Industrie, Medizintechnik, Immobilien und Landwirtschaft platziert. Angestrebt werden mittel- und langfristige Investitionen, insbesondere direkte Beteiligungen mit dem Fokus auf B2B/fertigende Industrie, in der DACH-Region bei Adressen, die die Sustainable Development Goals der UN unterstützen.

Über den High-Tech Gründerfonds

Der Seedinvestor High-Tech Gründerfonds (HTGF) finanziert Technologie-Startups mit Wachstumspotenzial. Mit einem Volumen von rund 900 Millionen Euro verteilt auf drei Fonds sowie einem internationalen Partner-Netzwerk hat der HTGF seit 2005 fast 600 Startups begleitet. Sein Team aus erfahrenen Investment Managern und Startup-Experten unterstützt die jungen Unternehmen mit Know-how, Unternehmergeist und Leidenschaft. Der Fokus liegt auf High-Tech Gründungen aus den Bereichen Digital Tech, Industrial-Tech, Life Sciences, Chemie und angrenzende Geschäftsfelder. Über 2,6 Milliarden Euro Kapital investierten externe Investoren bislang in mehr als 1.600 Folgefinanzierungsrunden in das HTGF-Portfolio. Außerdem hat der Fonds bereits Anteile an mehr als 100 Unternehmen erfolgreich verkauft.

Zu den Investoren der Public-Private-Partnership zählen das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, KfW Capital, die Fraunhofer-Gesellschaft sowie die Unternehmen Altana, BASF, Bayer, Boehringer Ingelheim, B.Braun, Robert Bosch, BÜFA, CEWE, Deutsche Post DHL, Dräger, Drillisch AG, Evonik, EWE AG, FOND OF, Haniel, Hettich, Knauf, Körber, Lanxess, media + more venture Beteiligungs GmbH & Co. KG, Phoenix Contact, Postbank, Qiagen, RWE Generation SE, SAP, Schufa, Schwarz Gruppe, Stihl, Thüga, Vector Informatik, Wacker und Wilh. Werhahn KG.

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